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Vermindertes Infektionsrisiko durch Handschuhwechsel

Eine Schweizer Studie fand heraus, dass mit der Dauer einer Operation die Gefahr auch die Häufigkeit einer Perforation der OP-Handschuhe zunimmt. Damit bieten diese keinen ausreichenden Schutz mehr vor Keimübertragung.

Eine Perforation von OP-Handschuhe kann durch scharfkantiges OP-Besteck verursacht werden.

Während eines chirurgischen Eingriffs können vor allem hauteigene Erreger an den Händen des OP-Teams in die Wunde gelangen. Zum Schutz davor werden sterile OP-Handschuhe verwendet. Sind diese jedoch beschädigt, werden Keime in die Wunde übertragen. Das Risiko einer Perforation des Handschuhmaterials steigt mit der Operationsdauer und erfolgt besonders dann, wenn die Handschuhe nicht richtig passen. Verursacht wird die Verletzung der Membran vor allem durch Nadeleinstiche, spitze Knochenfragmente oder scharfkantige OP-Instrumente.

In einer an der Uniklinik Basel durchgeführten Studie (Arch Surg. 2009; 144 (6): 553-558) wurde der Zusammenhang zwischen der Häufigkeit von Infektionen und sichtbaren Beschädigungen von OP-Handschuhen untersucht. Bei 677 von 4.147 chirurgischen Eingriffen waren die Handschuhe sichtbar beschädigt, und bei 7,5 % dieser Eingriffe traten Infektionen auf. Von den 3.470 Eingriffen, in denen die Handschuhe intakt blieben, wurden dagegen nur in 3,9 % der Fälle Infektionen beobachtet. Die OP-Handschuhe wurden insbesondere während Operationen beschädigt, die länger als zwei Stunden dauerten (34 %), im Gegensatz zu Operationen von geringerer Dauer (9,4 %).

Eine Antibiotika-Prophylaxe während des Eingriffs verminderte die Infektionshäufigkeit trotz perforierter OP-Handschuhe. Den Schweizer Wissenschaftlern zufolge sollte trotz des verminderten Infektionsrisikos eine Antibiotika-Prophylaxe gegen hohe Kosten und unerwünschte Folgen wie bakterielle Resistenzen abgewogen werden. Stattdessen sollten vermehrt Bemühungen unternommen werden, die Häufigkeit von Perforationen der Handschuhe zu reduzieren, indem man sie besonders während längerer OPs routinemäßig wechselt.